Starkes Hannover - Kraft für die Zukunft
4. Stadt der Wissenschaften
Im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt Bildung gibt es noch ein weiteres Thema, dem ich ein ganz besonderes Augenmerk widmen werde. Wir machen es uns selbst viel zu wenig klar, Hannover ist eine Stadt der Wissenschaften. Wir verfügen über ein reiches Ensemble von Einrichtungen der Forschung und der Lehre. In Hannover werden mehr als 35.000 Studierende ausgebildet, von den vielen jungen Menschen, die eine andere Form der Ausbildung in unserer Stadt erhalten, ganz zu schweigen. Und das geschieht in einer Qualität, die einen Vergleich nicht scheuen muss. Es gibt dafür ein besonders gutes Beispiel: Kürzlich sind die Ergebnisse der so genannten Exzellenz-Initiative der Bundesregierung veröffentlicht worden. Es geht darum, wissenschaftliche Bereiche, die auch aus internationaler Perspektive Spitzenklasse sind, besonders großzügig zu fördern. Es hat in Hannover und in den Medien keine besondere Aufmerksamkeit hervorgerufen, aber wenn wir die Universität Hannover und die Medizinische Hochschule zusammenfassen, dann liegt unsere Stadt in einem virtuellen Medaillenspiegel auf Platz 4! Das ist ein herausragender Platz, der das Potenzial unserer Wissenschaftseinrichtungen aufblitzen lässt. Darauf können und sollen wir stolz sein.
An dieser Stelle können wir in den nächsten Jahren noch deutlich besser werden. Wir haben aber traditionell ein relatives Nebeneinander der Stadt, der Wissenschaft und der Wirtschaft erlebt. Wenn alle Beteiligten wesentlich enger zusammenrücken, nützt das allen: Die Hochschulen werden wesentlich aufgewertet. Unser Ziel als Stadt, gerade auch für junge Menschen eine attraktive Adresse zu sein, wird nachhaltig unterstützt. Und die Wirtschaft wird in die Lage versetzt, schnell an qualifizierten Nachwuchs und an Innovationen heranzukommen.
Deswegen sehe ich es als Chefsache an, wenn es darum geht, Hannover als Hochburg von Forschung und Lehre zu profilieren. Das ist ein zentrales Element meiner Strategie zur Stadtentwicklung. Um es konkret zu machen: Ich unterstütze nachdrücklich den Vorschlag des neuen Präsidenten der Universität, Professor Barke, gemeinsam mit der Wirtschaft und mit der Stadt ein Hannover-Stipendium für besonders befähigte Studierenden einzurichten. Sie sollen wissen, dass wir es zu schätzen wissen, wenn junge Menschen in unserer Stadt eine besondere Leistung erbringen. Ich wiederhole meinen Vorschlag, in Hannover ein Programm Study and stay gemeinsam mit den Hochschulen, mit der Wirtschaft und mit der Stadt einzurichten. Schon in wenigen Jahren werden die Unternehmen spüren, dass es schwieriger wird, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Wir wollen dazu beitragen, dass möglichst früh Kontakte zwischen Unternehmen und Studierenden geschaffen werden, damit Kontakte auf der einen Seite geknüpft und Talente auf der anderen Seite kennen gelernt werden.
Und ich würde es ausdrücklich begrüßen, wenn sich die Universität in Leibniz-Universität umbenennen würde. Leibniz war sicherlich einer der größten Hannoveraner, die unsere Stadt hervorgebracht hat. Er steht für eine ganzheitliche Wissenschaft, die sich nicht auf einzelne Disziplinen beschränkt. Er steht für den Mut und den Starrsinn, der notwendig ist, um Innovationen und Fortschritt durchzusetzen. Ich glaube, dass über die Universität hinaus Leibniz als Vorbild dienen kann, auf das sich eine Stadt und ich sage es ausdrücklich auch ein Stadtmarketing beziehen sollte.
Sie können mir glauben, ich würde dieses Thema gerne noch vertiefen, aber dafür fehlt heute die Zeit. Wen es interessiert, am 20. März findet zu diesem Thema eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung statt, wo wir gerne weiter diskutieren können. Ich lade Sie dazu herzlich ein.
